12. Februar 2010

Herzliche Einladung zur Nacht der Mystik

von Gemeindebüro
Am Freitag, 19.2.2010 – ab 21.00 Uhr

mit Texten und Musik zur Mystik, Gregorianik und Gonginstallation

Ort: Evangelische Kirche, Hauptstraße 80 – Remagen-Oberwinter

Kommentar zur Nacht der Mystik am 19.2.2010

Im Februar möchten wir uns dem Thema Mystik nähern. Das Wort Mystik ( von griechisch „myein“ gesprochen: müein= Augen, Ohren, Mund schließen) steht für ein religiöses Urphänomen und basiert auf der Erfahrung eines unmittelbaren, intuitiven Kontaktes mit dem Absoluten, dem Unbedingten, mit Gott. Die Mystik kommt in allen Hochreligionen vor.
Die Bibel selber hält eine ganze Reihe von Erzählungen bereit, die von mystischen Erfahrungen berichten wie die Taufe Jesu oder das Damaskuserlebnis des Apostel Paulus. So gibt uns der Mystiker Paulus zu denken, wenn er sagt: „Der Geist erforscht alle Dinge; auch die Tiefen der Gottheit.“ 1. Kor.2,10 Mit Adalbert Geduhn kann man sagen: „Die Hinwendung zur Verinnerlichung ist immer die Stunde der Mystik gewesen, oft unter Schmerzen aus Ohnmachtserfahrungen entstanden. Das trat ein, wenn die historisch gewordenen Religionen mit ihren Riten oder die Institution Kirche eine persönliche Gotteserfahrung verbauten und in Notsituationen keine hilfreichen Antworten gaben. In der Tat schlug oft in Zeiten eines spirituellen Mangels die Stunde der großen Mystikerinnen und Mystiker.“

In der evangelischen Kirche finden wir bis heute eine kritische Haltung zur Mystik. Mystische Systeme, die die stufenweise Vergöttlichung des Menschen zum Ziel haben werden als unbiblisch abgelehnt. Bejaht wird aber ein mystischer Ton in der Frömmigkeit, die Stille und Meditation sehr wohl kennt und schätzt. Der bekannte evangelische Theologe und Publizist Jörg Zink geht sogar so weit zu behaupten, „der Mensch der Zukunft wird ein Mystiker sein oder ein Heide. Und auch die Zukunft des Christentums sei mystisch“ Und weiter schreibt er in seinem Buch Dornen können Rosen tragen: „Matthew Fox, der amerikanische Mönch und Mystiker, hat gesagt, er hoffe auf eine Zeit, in der die rechte Gehirnhälfte der Theologen mehr sein werde als eine Trockenpflaume. Die rechte Gehirnhälfte, die für die Erfahrungen und Empfindungen, für Gefühle und Phantasien, für Körperbewußtsein, für Ahnungen und für intuitives Schauen zuständige, müsse sich dessen annehmen, was bisher immer nur über den, schmalen Verstand begriffen wurde. Und in der Tat, hoffe ich mit ihm.“

Im Laufe der Menschheits – und Kirchengeschichte sind von Männern und Frauen, von Mystikerinnen und Mystikern wunderschöne Texte entstanden. Von Meister Eckhart, Johannes Tauler, Katharina von Genua, Theresa von Avilla, Franz von Sales, Johannes vom Kreuz, Gerhardt Teerstegen bis hin zu Dag Hammarskjöld, Jörg Zink und Dorothee Sölle u.a..
In unserer Nacht der Mystik möchten wir einige der schönsten Texte zu Gehör bringen. Unsere Kirche wird dann nur mit Kerzen erhellt sein. Es musizieren Christiane von Essen und Josef Marschall. Die Sprecher sind Beatrice Fermor und Michael Schankweiler-Schell.